Grenzenlos Radeln – durchgängig und gut beschildert – Der Iron Curtain Trail entlang der Thüringer Landesgrenze vom Südharz bis ins Vogtland
Durchgängige Beschilderung erlaubt grenzenloses Radeln auf dem Iron Curtain Trail entlang des Grünen Bandes in Thüringen
Europäische Geschichte, Politik, Natur und Kultur können all jene mit dem Rad erfahren, die sich auf den internationalen Europa-Radweg Eiserner Vorhang IRON CURTAIN TRAIL (ICT) entlang der Thüringer Landesgrenze vom Südharz bis ins Vogtland begeben. Bislang fehlte noch eine durchgängige Beschilderung der Route. Die wurde in diesem Jahr abgeschlossen und kennzeichnet die Schauplätze der Erinnerungskultur und des Naturerlebnisses Grünes Band.
Europäische und innerdeutsche Zeitgeschichte erlebbar machen
Der ICT ist Teil des europäischen Radweges EuroVelo 13 entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zwischen den Nato-Staaten und denen des Warschauer Pakts. Auf rund 9950 km führt der im Jahr 2019 als Kulturweg des Europarates zertifizierte ICT durch 20 Nationen von der Barentssee bis zur Schwarzmeerküste und passiert dabei 14 UNESCO-Welterbestätten.
Voraussetzung für eine attraktive EuroVelo-Route war und ist eine Trassenführung, die die beiden starken Themen Biotopverbund Grünes Band in mehreren Bundesländern als Nationales Naturmonument ausweist, und das Gedenken an das menschenfeindliche DDR-Grenzregime erfahrbar und erlebbar macht.
Wartburgkreis war federführend bei der Umsetzung des Trassenprojektes
2021, kurz nach Fertigstellung der Trassenplanung für den ICT, wurde beim Bund das Förderprogramm Radnetz Deutschland aufgelegt. Die 19 Landkreise aus 5 Bundesländern vereinbarten eine Kooperation für die Umsetzung der neuen Planung. Der Thüringer Wartburgkreis beantragte die Fördermittel im Namen seiner Kooperationspartner und erhielt aus dem Radnetz Deutschland rund 80000 EUR für die Koordinierung der Vielzahl der Akteure und 400000 EUR für die Ausschilderung der Radroute.
Ganzes Radwege-Netzwerk mit Anbindung an Regionalbahnen
Die Planung, das Genehmigungsverfahren, die Auftragsvergabe und die Montage der durchgängigen Radwegebeschilderung dauerten fast drei Jahre und forderten der Projektkoordinierung vieles ab. Das beauftragte Planungsbüro Plan A von Achim Abromeit aus Bremen fuhr die gesamte Route mehrfach ab und untersuchte auch die Zuwegungen zu wichtigen Themenhotspots sowie zu den Anschlüssen an des Regionalbahnnetzes, die in die Radwegbeschilderung eingebunden wurde. Alle Radrouten, die die ICT-Trasse kreuzen oder über eine Strecke begleiten, wurden in die ICT-Beschilderung integriert. So ist heute rund um die D-Route 13 ein ganzes Radwege-Netzwerk entstanden.
Die D 13 im Thüringer Projekt und ihre Anbindungen haben mittlerweile eine Länge von 727 km erreicht. Auf dieser Strecke wurden 1071 Pfeilwegweiser, 324 Tabellenwegweiser und 2087 Zwischenwegweiser montiert. Für die 70 mitgeführten Radrouten wurden 2190 Logos in die Pfeilwegweiser eingeschoben – allein 817 Einschieber nur für den ICT.
Geschichtsträchtige Orte der ehemaligen innerdeutschen Grenze
An die D 13-Route sind Hotspots wie die Grenzmuseen Bad Sachsa, Teistungen, Schifflersgrund, Point Alpha, Behrungen, Bad Königshofen und Mödlareuth, die Gedenkstätten und Mahnmäler Juliushütte, Grenzturm auf der Delle, Grenzblick Katharinenberg, Heldrastein bei Treffurt, Point India bei Ifta, WERRAGrenzPark und Grenzbahnhof für Zeitgeschichte Herleshausen, Bodesruh bei Heringen/Werra, Grenzgedächtnispark Vacha, Weg der Hoffnung Geisa, Grenzanlage Dreiländereck Birx, Skulpturenpark Henneberg, Zweiländermuseum Streufdorf, Gedenkstätte Billmuthausen, Grenzpunkt Gebrannte Brücke im Sonneberger Ortsteil Hönbach, Heinersdorf-Welitsch, Kleinlichtenhain, Zollhaus bei der Schildwiese, Grenzbahnhof der Tränen in Weischlitz, Ortsteil Gutenfürst sowie eine Menge von Grenztürmen und Grenzanlagen angebunden.
Daneben ist der Grenzverlauf in den Nationalen Naturlandschaften Harz, Eichsfeld, Werrabergland, Rhön, Grabfeld, Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald und Vogtland durch die hervorragende Landschaftsausstattung des Grünen Bandes noch immer gut erkennbar.
Künstlerisch gestaltete Landmarken als Folgeprojekt geplant
Wenn auch manche Streckenabschnitte der D-Route 13 den Radfahrern ob ihrer Topografie viel abverlangen, ist der Radweg doch immer ganz nah an seinen Themen und die ideale Radroute am Grünen Band. Damit diese Botschaft noch viel mehr radelnde Gäste erreicht, müssen nun auch die Touristiker am ICT in die Entwicklungsarbeit eingebunden werden.
Zu diesem Zweck ist am Jahresanfang 2025 in ähnlich großer Kooperation ein Folgeprojekt zum ICT gestartet, ebenfalls gefördert aus dem Programm Radnetz Deutschland. Das neue Projekt will über die mehr als 100 Themen-Hotspots am ICT informieren und überall dort, wo der Radweg den Eisernen Vorhang überwindet, mit künstlerisch gestalteten Landmarken auf die Besonderheit des Radfernweges aufmerksam machen.