Landfrauen sind Multiplikatorinnen für die regionale Identität des Wartburgkreises

Seit 1997 findet das jährliche Treffen der Landfrauenortsvereine des Wartburgkreises mit dem Landrat statt. Der Einladung von Landrat Dr. Michael Brodführer und der Gleichstellungsbeauftragten des Wartburgkreises, Petra Lehmann, folgten 25 Landfrauen als Vertreterinnen von sieben Ortsverbänden zum Kreistreffen nach Craula.

Die Landfrauen aus dem Norden des Wartburgkreises waren Ende August die Gastgeberinnen für die jährlich stattfindende Veranstaltung. Sie begrüßten auch die Kreislandfrauenbeauftragte Heike Langguth, Regina Tittmar vom Thüringer Landfrauenverband und den Bürgermeister der Gemeinde Hörselberg-Hainich, Sven Kellner, in ihrer Mitte. Der Ortsverband ist sehr aktiv und wird von Anja Gerstel geleitet. Die Frauen sind für ihr jährlich aufgeführtes Weihnachtsmärchen bekannt, bei dem nicht nur sie selbst auftreten, sondern auch Kindern, Jugendliche und die Ehepartner mitwirken. In diesem Jahr feierten die Landfrauen ihr 30-jähriges Jubiläum. Eigens dazu wurde der bekannte Song „Auf uns“ von Andreas Bourani passend umgetextet und beim diesjährigen Kreistreffen vorgetragen. Großen Applaus bekamen auch die Kinder der Line Dance-Gruppe des Ortes.

Der Landrat des Wartburgkreises, Dr. Michael Brodführer, sprach den Frauen seine große Wertschätzung aus: „Sie sind Antrieb und Motor der sozialen und kulturellen Entwicklung in ihren Orten und damit wichtige Multiplikatorinnen für unsere regionale Identität im Wartburgkreis.“ Und das leben die Frauen vor. Die Zeiten, als Landfrauen nur die Dorffeste organisierten, sind vorbei. Heute schmunzeln sie über diese längst vergangene Zeit. Sie lieben ihre Dörfer und die Heimat, begeistern sich für altes Handwerk, wollen, dass Traditionen heute geschätzt und gelebt werden. Keine Frage, dass dazu auch die traditionellen Dorffeste gehören.

Die 15 Ortsverbände im Wartburgkreis pflegen neben dem Erhalt traditioneller Fertigkeiten und Aktionen auch progressive und innovative Veranstaltungen und Aktionen. So werden Waschaktionen und Milchpartys für Schüler und Gruppen angeboten oder Seminare zu Themen wie Wirtschaftlichkeit und Selbstständigkeit durchgeführt. Fortbildungsveranstaltungen und Bildungsreisen gehören ebenso in die jährlichen Programme der Ortsverbände. Sie organisieren den Ernährungs-Führerschein für Grundschüler, Verbraucherberatungen auf dem Land, initiieren Blutspenden oder vertreiben regionale Produkte. Aber in den Dörfern können auch Jung und Alt voneinander lernen: vom Knopf annähen bis hin zum Alltagsenglisch, vom PC-Kurs über die Smartphone-Nutzung bis hin zum Umgang mit den sozialen Medien.

Die Landfrauen sprachen während des Treffens mit dem Landrat und der Gleichstellungsbeauftragten auch ihre aktuellen Sorgen und Nöte an. Die Mehrzahl der Ortsverbände kämpft mit der Herausforderung der Überalterung einerseits und Nachwuchssorgen andererseits. Sichtbarkeit und aktive gesellschaftliche Beteiligung in der Region sind ihnen besonders wichtig. Gerade die jungen Landfrauen suchen Vernetzung in Thüringen und darüber hinaus. Schließlich sind die Landfrauen mit 450.000 Mitgliedern im Deutschen LandFrauenverband das bundesweit größte Frauennetzwerk.